Sprachförderung als eigener Bestandteil des Bildungsauftrages

Die wichtigste Grundlage für eine gut ausgebildete Sprache ist eine differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit.

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Die Sprachförderung ist im Kinderbildungsgesetz ( § 13 Absatz 6) fest verankert. Sie ist im Hinblick auf die Bildung im frühen Kindesalter eine zentrale Aufgabe des Elementarbereiches. Unser einrichtungsspezifisches Bildungskonzept und unser Sprachförderkonzept beinhalten Ausführungen zur Sprachförderung in unserer Einrichtung und macht somit unser Bildungsangebot für Eltern transparent.

Die Sprachförderung nimmt einen breiten Stellenwert ein, sie ist in alle anderen Bildungsbereiche integriert. Eine gut entwickelte Sprachkompetenz ist deshalb der Schlüssel für erfolgreiche Lern- und Bildungsprozesse. Die wichtigste Grundlage für eine gut ausgebildete Sprache ist eine differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit. Ein Kind kann nur dann richtig sprechen lernen, wenn die Bewegungs- und Sinneskoordination gut ausgebildet sind. Dazu gehören z.B.:

  • Deutlich und klar sehen, z.B. Umrisse, Entfernungen, Höhen und Tiefen, abschätzen und benennen können (Augen)
  • Gut und differenziert hören: Klänge, Töne, Melodien, Rhythmen (Ohren)
  • Singen, Sprechen, Geräusche, Pfeifen (Mund)
  • Gut riechen und Gerüche differenzieren (Nase)
  • Bewegungen planen und erfolgreich umsetzen, Bewegungsfreude und -sicherheit entwickeln, den eigenen Körper im Raum erfahren und steuern (Motorik)
  • Bewegungen des Mundes: schnalzen, kauen, pusten (Fein- Mundmotorik)

Im Bildungsbereich Sprache geht es also nicht nur darum, eine formale Sprachkompetenz zu entwickeln. Die Kinder sollen befähigt werden, ihr eigenes Denken sinnvoll und differenziert sprachlich auszudrücken. Nach der gesprochenen Sprache rückt im Vorschulalter die geschriebene Sprache ins Interessenfeld der Kinder. Sie entdecken, das sich die Sprache mit Hilfe von Zeichen, nämlich Buchstaben, abbilden lässt. Kinder interessieren sich z.B. für Autokennzeichen, Werbeschriften oder Produktnamen. Sie lernen, ihren eigenen Namen zu schreiben. Zur Förderung dieses komplexen Bereiches werden die Kinder in unserer Einrichtung ermutigt, ihre Kenntnisse quer durch alle Bildungsbereiche zu erproben, zu entwickeln und anzuwenden.

Warum ist Sprachförderung so wichtig:

Unterschriften

  • Die Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel im Umgang mit unseren Mitmenschen.
  • Sprache erweitert körpersprachliche Möglichkeiten wie Gebärden, Mimik und Gestik.
  • Sprache erklärt Welt und Umwelt.
  • Sprache strukturiert das Denken.
  • Die Sprache ist das charakteristischste Merkmal unserer Intelligenz.
  • Mit Sprache erklären wir Erfahrungen und Zusammenhänge.
  • Sprache erfordert ein komplexes Zusammenspiel von geistigen und motorischen Fähigkeiten.
  • Sprache ist das Medium für die Aufnahme, Verarbeitung und Weitergabe von Informationen.
  • Sprache ist ein selbstverständlicher und notwendiger Bestandteil aller alltäglichen Abläufe

Mit der Sprachförderung in unserer Einrichtung legen wir eine wichtige Grundlage für die Lese- und Schreibkompetenz und damit eine wichtige Voraussetzung für den Schulerfolg.

Ein Wort, das ein Kind
nicht kennt, ist ein Gedanke,
den es nicht denken kann!
 
Wolfgang Maier