Grundlagen der Sprachentwicklung

Eine der faszinierendsten Entwicklungen eines Kindes beginnt bereits mit der Geburt:

der Erwerb der Sprache.

Mitmenschen

Alle Kinder besitzen eine genetische Grundausstattung, die es ihnen erlaubt, mühelos ihre Muttersprache zu erlernen. Körpersprache, Sprechrhythmus, Klangfarbe und Sprechmelodie transportieren Gefühle und Stimmungen. Diese versteht ein Kind, lange bevor es sprechen kann. Hier wird bereits deutlich, dass das Sprechen lernen sehr eng mit der Wahrnehmungsfähigkeit (z.B. hören und sehen), der sozialemotionalen Entwicklung und auch mit der Bewegung verknüpft ist. Die Entwicklung der Sprache entwickelt sich langsam und in einer bestimmten Abfolge – wie eine kleine Pflanze, die zu einem Baum wird. Die Sprachentwicklung eines Kindes lässt sich anhand des Schaubildes „Der Sprachbaum (Wolfgang Wendlandt)“ veranschaulichen.

  • Die Erde soll die Lebensumwelt des Kindes darstellen, Kultur und Gesellschaft, die grundlegenden Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes haben.
  • Was wäre ein Baum ohne ausreichend Licht und Wärme? Es bliebe ein mickriges Pflänzchen. So benötigt auch ein Kind die liebevolle Wärme und Akzeptanz seiner Bezugspersonen, weiterhin Geborgenheit, Schutz, Sicherheit und Fürsorge.
  • Die Umwelt ist für den Baum nicht nur wegen des Lichts und der Wärme wichtig, er ist auch auf tägliche Nährstoffe und auf Wasser angewiesen. Wasser symbolisiert das tägliche Miteinander, die Kommunikation und sich sprachlich und nicht- sprachlich „In Beziehung setzen“.
  • Der Stamm symbolisiert die Voraussetzungen, nämlich das Sprachverständnis und die Sprechfreude, die gegeben sein müssen, damit sich die Sprache (Äste und Zweige) ausdifferenzieren können.
  • Eltern und Erzieher können durch die Art, wie sie mit dem Kind reden, die Sprachentwicklung „gießen“, sie anregen und fördern. Sie können aber auch, wenn das Wasser ausbleibt oder im Übermaß fließt, den Baum verkümmern lassen, sodass sich Teile der Krone sich erst gar nicht entwickeln können oder aber verdorren bzw. absterben.

 

Um die Sprachentwicklung eines Kindes zu fördern, gibt es Handlungen, Reaktionen und Tätigkeiten, die hilfreich und unterstützend sind:

  • Blickkontakt
  • zuhören und aussprechen lassen
  • zum Sprechen anregen
  • Bauen, Basteln, Spiele
  • Bilderbücher, Vorlesen, Lieder, Reime, Gedichte
  • gutes Vorbild in Aussprache und Grammatik
  • ruhige Umgebung schaffen, Störfaktoren ausschalten
  • strukturierter Tagesablauf

und solche, die es zu vermeiden gilt:

  • Schreien und Schimpfen
  • verwenden von Babysprache
  • mit Wörtern überschütten,
  • häufiges und strenges Korrigieren
  • übermäßiger Fernseh- und Videokonsum
  • Mangel an Bewegung
  • unstrukturierter Tagesablauf

Wir bieten Ihrem Kind in unserer Einrichtung die Möglichkeit, die Grundlagen, die es in den ersten Lebensjahren erworben hat, immer wieder zu erweitern und zu differenzieren.