Beobachtung und Dokumentation

Regelmäßige und gezielte Beobachtungen ermöglichen den Erzieherinnen, die individuellen Entwicklungsprozesse zu verfolgen und zu begleiten.

Sprachstand

Um ein Kind angemessen fördern zu können, müssen wir zunächst einmal wissen, welche Sprachkompetenz ein Kind bereits besitzt.

Wenn das neue Kindergartenjahr begonnen hat und die Eingewöhnungsphase der neuen Kinder abgeschlossen ist, beginnen wir damit, den Sprachstand aller Kinder zu erfassen.

 

Hilfreich sind dabei folgende Punkte:

  • sprachliche Vorkenntnisse
  • Begriffsbildung, Wortschatz und Grammatik
  • familiäre Sprachsituation, Erstsprache – Zweitsprache
  • Kinder mit Migrationshintergrund
  • unterschiedliche soziale Strukturen
  • Sprachauffällige Kinder

 

Anschließend geht es darum, den Sprachstand jedes einzelnen Kindes zu erfassen z.B.

  • durch Beobachten der Kinder im Freispiel und bei gezielten Angeboten (z.B. Sprachspiele)
  • Sprachauffällige Kinder
  • durch Gespräche mit den Eltern
  • durch die Feststellung des Sprachstandes zwei Jahre vor der Einschulung durch das Testverfahren Delfin 4 (siehe auch Punkt 7)

 

Durch die Darstellung des Entwicklungsprozesses der Kinder in unserem Entwicklungsordner wird deutlich, in welchen Bereichen der sprachlichen und kommunikativen Entwicklung das Kind noch Hilfe benötigt. Beobachtungskriterien im Bildungsbereich Sprache sind im

 

1. Kindergartenjahr:

erstes Jahr

  • Es zeigt Sprechfreude
  • Es stellt Fragen
  • Es hält Blickkontakt
  • Es beherrscht Mehrwortsätze, 3 und mehr Wörter
  • Es versteht den Sinn von Worten/Begriffen
  • Es versteht einfache Anweisungen
  • Es bildet altersgemäß Laute, bis auf D, Sch, S, St, K
  • Es zeigt einen flüssigen Sprachverlauf
  • Es bildet Vergangenheit
  • Es gebraucht den Plural
  • Es versteht Präpositionen (mind. 2 von 5)
  • Es benennt Tätigkeiten im Bild
  • Es benutzt Tätigkeitswörter
  • Es teilt sich verbal mit, es erzählt von sich
  • Es teilt sich nonverbal mit
  • Es kennt Vor- und Zunamen

 

im 3. Kindergartenjahr:

drittes Jahr

  • Es merkt sich Aufgabenstellungen
  • Es versteht Aufgabenstellungen
  • Es versteht den Sinn von Worten/Begriffen
  • Es bildet Haupt -und Nebensätze
  • Es bildet altersgemäß Laute
  • Es zeigt einen flüssigen Sprechverlauf
  • Es setzt Artikel und Plural richtig ein
  • Es benutzt Präpositionen richtig
  • Es versteht Präpositionen
  • Es erzählt Erlebnisse
  • Es erzählt Geschichten nach
  • Es gelingt ihm, ein Bild zu beschreiben
  • Es kann eine Bildgeschichte in die richtige Reihenfolge bringen und erzählen
  • Es kennt Gegensätze
  • Es bildet Vergangenheit
  • Es bildet einen richtigen Satzbau
  • Es findet Reimwörter
  • Es kann sich differenziert ausdrücken
  • Es erkennt zeitliche Unterschiede
  • Es kann schwierige Wörter nachsprechen
  • Es kann zuhören

 

Dabei berücksichtigen wir, dass der Spracherwerb nicht bei jedem Kind gleich und im gleichen Tempo verläuft und im Zusammenhang mit der Entwicklung aller anderen Fähigkeiten verläuft.

 

Auf jeden Fall ist es ein Zeichen für die Notwendigkeit gezielter Anregung und Förderung, wenn in der sprachlichen Entwicklung über einen längeren Zeitraum (drei Monate und mehr) keine Entwicklung beobachtet wird.

Ergibt sich aus unseren Beobachtungen und Dokumentationen die Einschätzung, dass ein gezielter Sprachförderbedarf besteht, werden wir entsprechende Fördermaßnahmen anbieten. Ebenso erfolgt die Beratung an die Eltern, sich feindiagnostisch z.B. beim Kinderarzt oder einem Logopäden beraten zu lassen.